Kultur im Türkei-Lexikon

Die Türkische Republik ist bei den Deutschen vor allem in punkto Herzlichkeit und Tradition bekannt. Das beliebte Urlaubsland vereint in sich verschiedene Kulturen und macht es so populär. So verschmelzen alttürkische Nomadenkulturen Zentralasiens und Sibiriens, die Kultur des Osmanischen Reiches mit ihren byzantinischen, persischen, arabischen, kaukasischen und kurdischen Einflüssen sowie die starke europäische Richtung seit Gründung der Republik durch Mustafa Kemal Atatürk, in dem Land. Die Seele und zugleich das kulturelle Zentrum des Landes bildet die Millionenmetropole Istanbul, das einst als Konstantinopel in die Geschichte einging. So ist die Kultur der Türkei vorrangig sichtbar geprägt durch den Islam, die Hauptreligion des Landes. Die Wurzeln der türkischen Literatur reichen weit in die Vergangenheit zurück. Bevor der Islam in das Land einzog, war die mündliche und schriftliche Landesliteratur von der Nomadenkultur und dem Schamanismus geprägt. Mündlich überlieferte Geschichten, Sagen, Klagelieder, Liebes- und Naturgedichte, sowie Sprichwörter waren einst die Hauptelemente der türkischen Literatur. Die ersten schriftlichen literarischen Werke der Türken erschienen in Form der Orhon-Inschriften im 6. und 7. Jahrhundert. In der ersten Hälfte des 10. Jahrhundert traten die Türken dem Islam bei und so wandelten sich die Mentalität der Einheimischen und somit auch die Kultur des Landes stark. Mit der neuen Religion flossen sowohl die arabische als auch die persische Sprache in die türkische Literatur ein. Erst ab dem 11. Jahrhundert bildete sich bei den Türken, die sich in Anatolien niederließen, das Türkei-Türkische heraus. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hielt der starke islamische Einfluss in dem Land an. Die Entwicklung der türkischen Literatur lässt sich in dieser Zeit in zwei Hauptgruppen unterscheiden, zum einen in die Divan-Literatur und zum anderen in die Volksliteratur.


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