Wochenmärkte im Türkei-Lexikon

Wochenmärkte gibt es auch bei uns in Deutschland, natürlich. Wer aber einmal die laute Vielfalt eines türkischen Marktes erlebt hat, vergisst sie so schnell nicht. Das ist die pralle Lebenslust gepaart mit einer Dienstfertigkeit, die hierzulande ihresgleichen sucht. Man möchte fast glauben, dass einem türkischen Händler das Gespräch und der Austausch wichtiger sind als das Verkaufen an sich. Fast alle Obst- und Gemüsesorten werden in der Türkei angebaut, den Besucher erwartet alles, was sein Herz begehrt: von zarten Pfirsichen, reifen Granatäpfeln, wunderbar bordeauxfarbenen Feigen bis zu Nüssen aller Art und Riesenmelonen. Sonnengereifte Tomaten, die wie Tomate schmecken, Zucchini und Auberginen, die noch echtes Aroma verströmen und viele andere Sorten an geschmackvoller Gemüsesorten. Dazu kommt, dass die Preise auf dem Markt um ein Vielfaches günstiger sind als in den Supermärkten, die wie die deutschen auch Gemüse und Obst zwischenlagern müssen und daher lieber unreif geerntete Ware einkaufen, um sie dann in steriler Folienverpackung dem Kunden zu präsentieren- wo bleibt da die Lust am Essen?

Umrahmt wird das Frischeangebot von Eiern in allen Größen, Honigsorten, sämtlichen Varianten von Oliven und Käse, Käse, Käse. Typisch mediterran ist auch das Anbieten so genannter Non-Food-Artikeln wie Souvenirs, sehr günstige Kleidung, Tischwäsche und Schuhen. Bei diesen Artikeln gilt wie auf dem Basar: Feilschen Sie! Denn nichts langweilt einen türkischen Verkäufer mehr, als wenn Kunden den geforderten Preis bezahlen und mit der Ware unterm Arm ihres Weges gehen. Erstens sind die Preise von Haus aus überteuert angesetzt und zweitens ist Feilschen das Herzblut eines Marktes und befriedigt tiefe und alte Bedürfnisse soziale Kontakte, nämlich miteinander zu kommunizieren: laut, bunt und lebendig.


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