Letoon im Türkei-Lexikon

Zur einstigen Hauptstadt Lykiens, der Stadt Xanthos, gehört auch der Tempelbezirk Letoon. Dieser wird in seiner Gesamtheit auch bezeichnet als das Bundesheiligtum des Lykischen Bundes. Die kleine (lykische) Akropolis befindet sich im ältesten Teil der Stadt Xynthos. Einen Großteil ihrer ursprünglichen Mauern kann man heute noch in diesem Ort bewundern. Im 19. Jahrhundert sind zwar einige wichtige, antike und besonders kulturell wertvolle Stücke aufgrund eines so genannten „legalen Kunstraubes“ nach England verbracht worden. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten konnten aber dennoch in Xanthos erhalten bleiben. So findet man hier zum Beispiel eine Reihe einzigartiger lykischer Denkmäler, Pfeilergräber, Sarkophage, welche reich mit Skulpturen und Reliefs geschmückt sind. Xanthos und Letoon zählen seit dem Jahr 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Am Nordhang des Stadtberges von Xanthos wurde ein römisches Theater eingelassen. Hierbei zeigt sich, welch bemerkenswerten Respekt man vor der traditionellen Stadtgeschichte hatte. Die dort bereits erbauten lykischen Grabpfeiler wurden ganz bewusst in die Planungen für das Theater mit einbezogen. Die Agora aus der Kaiserzeit, welche etwas unterhalb am Nordhang liegt, ließ die an ihren Seiten gelegenen lykischen Monumente erstaunlicherweise unangetastet. Der Eingang zur Stadt wird durch einen römischen Triumphbogen sowie ein griechisches Tor geprägt. Der römische Triumphbogen wurde zu Ehren von Kaiser Vespasian errichtet. Doch es gibt hier nicht nur griechische und römische Einflüsse. Ein besonders schönes Relikt ist das bekannte Harpyien-Monument. Das Relief dieses Monumentes wird von Szenen geprägt, in welchen die Sirenen (bekannt aus der Odysee von Homer) zu sehen sind. Der lykische Glaube sagt, dass diese Sirenen für die Versorgung der Seelen der Toten verantwortlich sind.

Letoon, ein wirklich geschichtsträchtiger kleiner Ort. In der Antike befand sich hier das Kulturzentrum. Es fanden Theater-, Sport- und Musikveranstaltungen statt. Das Theater ist eines der Bauten, welche man heute noch bestaunen kann. Dieses Theater erreicht man nur, indem man vorher einen Tunnel passiert. Sehenswert sind auch heute noch die zahlreichen Tempel. Es wird vermutet, dass eine Jahrhunderte alte Kultstätte der Lykier hier erbaut wurde, welche bereits vor der Eroberung durch Alexander dem Großen bestand. Letoon soll Heimstatt für die wichtigen lykischen Gottheiten, wie zum Beispiel Leto und Ihren Kindern Apollon und Artemis gewesen sein. Die Tempel, welche man zur Ehren dieser Götter erschaffen hatte, sind heute noch in Letoon zu bewundern. Die Stoa-Halle, der größte Leto gewidmete Tempel, kann heute leider nur noch teilweise bewundert werden. Da der Meeresspiegel im Laufe der Jahrhunderte so weit angestiegen ist, dass von der Stoa-Halle nur noch die Stümpfe der Säulen zu sehen sind. Dennoch sorgt dieser Anblick für ein unvergessliches Erlebnis. Beim Betrachten wird man automatisch an eine längst versunkene Stadt erinnert. Die Tempel von Artemis und Apollon sowie das Heiligtum von Leto dagegen, wurden auf einer Anhöhe erbaut, so dass man sie auch heute noch bestaunen kann. Der Tempel der Artemis wurde zwischen den Tempeln von Apollon und Leto errichtet. Artemis Tempel ist auch kleiner als die beiden anderen. Geht man davon aus, dass sie das jüngste Kind von Leto war, könnte man daraus den Schluss ziehen, dass Apollon und Leto die kleine Artemis beschützen. Jeder einzelne Bau stammt aus der Zeit vor Beginn unserer Zeitrechnung. Es ist davon auszugehen, dass sie um 450 bis 150 vor Christus erbaut wurden.

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Text (c) 2017: C. H.

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