Bräuche im Türkei-Lexikon

Am Silvesterabend werden in der Türkei jedes Jahr zahlreiche Bräuche praktiziert, welche mitunter merkwürdig erscheinen. Bei einem dieser Bräuche spielt die Farbe rot, welche in Deutschland eher mit Weihnachten verbunden wird, eine große Rolle. Aber wie heißt es so schön – andere Länder, andere Sitten. Genau um Mitternacht am Silvesterabend ziehen die türkischen Frauen neue, rote Unterhosen an. Auf dem ersten Blick löst dieser Brauch doch eher Verwunderung aus, als Verständnis. Weiß man aber den Hintergrund des ganzen, erkennt man schnell den besonderen Sinn darin. Da die türkischen Vokabeln für Unterhose so viel bedeuten wie „mit Kleidern ausgestattet und geschmückt zu sein“, geht man in der Türkei davon aus, dass es im neuen Jahr mit zu unpassender Kleidung oder gar zu wenig davon keine Probleme geben wird. Das Angebot an roten Unterhosen ist deshalb ab Mitte Dezember in den Supermärkten, Geschäften, ja sogar auf den großen Märkten riesig. Dieses Kleidungsstück wird nicht nur für den Eigengebrauch gekauft, sondern auch immer wieder gern als Geschenk. Um für Reichtum und Segen in der Familie für das kommende Jahr zu sorgen, ist es ebenfalls Brauch am Silvesterabend alle Wasserhähne aufzudrehen und das Wasser laufen zu lassen. Gegen finanzielle Notlagen ist man laut eines weiteren türkischen Silvesterbrauches gewappnet, wenn man kurz nach Mitternacht alle Türschlösser auf- und zusperrt. Ein weiterer süßer Brauch – um Mitternacht viel lachen und dabei Süßigkeiten verspeisen, das bringt für das nächste Jahr Freude und Süße ins Leben, es hält die bitteren Enttäuschungen fern. Dieser Brauch steht aber auch für Frieden im neuen Jahr.


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