News vom 16.08.2010
Seit 88 Jahren feiern Orthodoxe Christen wieder Messe im Sümela-Kloster
In der Türkei konnten zum ersten Mal seit 88 Jahren griechisch-orthodoxe Christen wieder eine Messe im historischen Sümela-Kloster feiern. An dem Gottesdienst zu Maria Himmelfahrt nahmen in dem alten Kloster bei Trabzon, im Nordosten der Türkei, ca. 500 Gläubige teil. Erst im Mai diesen Jahres hatte das türkische Kulturministerium der griechisch-orthodoxen Minderheit erlaubt, in Zukunft wieder jedes Jahr den christlichen Festtag am 15. August in dem Kloster feiern zu können.
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I. sagte während der Messe, „Nach 88 Jahren hat die Jungfrau Maria aufgehört, Tränen zu vergießen.“ In seinem Gottesdienst dankte Bartholomäus I., der höchste Würdenträger der weltweit ca. 250 Millionen orthodoxen Christen, der türkischen Regierung für die Erlaubnis. An die türkische Bevölkerung richtete er die Worte, dass die Gläubigen „gute Absichten“ hätten. In den letzten Tagen hatten viele türkische Nationalisten gegen die orthodoxe Messe im Kloster protestiert. Aufgrund der schwierigen gemeinsamen Geschichte der Türkei und Griechenland gilt das Verhältnis zwischen Türken und der griechischen Minderheit als äußerst schwierig.
Die Freude, das Fest wieder feiern zu dürfen, war groß. Mehr als 2500 Gläubige aus Griechenland, Russland und Georgien waren angereist. Jedoch fanden in dem Kloster nur ca. 500 Menschen Platz. Das Sümela-Kloster ist in 1200 Metern in eine steile Felswand gemauert. Mönche sollen hier im 4. Jahrhundert eine Marien-Ikone gefunden haben. Der Legende zufolge wurde sie vom Evangelisten Lukas gemalt. Bis zu den 1920er Jahren war das Sümela-Kloster ein wichtiger Wallfahrtsort für die orthodoxe Christenheit. Im Jahre 1923 wurde das Kloster, nach der Gründung der Türkischen Republik, in ein Museum umgewandelt. Seitdem durften hier keine Gottesdienste stattfinden.



